Ein privater Bauherr ersteigerte ein Grundstück in einem ausgewiesenen Wochenendhausgebiet. Sein Ziel war kein Renditeobjekt, sondern ein Rückzugsort: ein Ort, an dem er mit seiner Familie den Alltag innerorts für ein Wochenende hinter sich lassen kann, ohne dafür weit reisen zu müssen.
An uns trat er mit einer klaren Vorstellung heran. Das Gebäude sollte sich in seiner Form bewusst von den umliegenden Häusern absetzen und eine eigene Architektursprache sprechen, statt sich in die vorhandene Bebauung einzureihen. Gleichzeitig sollte die nutzbare Fläche so weit wie möglich ausgeschöpft werden, damit die Familie den Ort tatsächlich als Rückzugsraum nutzen kann und nicht nur als Abstellmöglichkeit für ein Wochenende.
Genau darin lag die eigentliche Aufgabe. In einem Wochenendhausgebiet ist die bebaubare Fläche baurechtlich eng begrenzt. Jeder Quadratmeter ist entweder gut geplant oder verloren. Ein konventioneller Grundriss mit Flur, abgeschlossenen Einzelräumen und mittiger Treppe hätte auf dieser Grundfläche ein Haus ergeben, das sich klein anfühlt, weil es klein ist.
Unser Entwurf löst die Flächenfrage nicht über Quadratmeter, sondern über die Anordnung. Wir haben Wohnen und Kochen/Essen diagonal über Eck angeordnet und damit die längste mögliche Sichtachse im Gebäude aktiviert. Dieses Diagonalwohnen lässt den Raum spürbar größer wirken, als es die reine Zahl erwarten ließe, und trennt die Bereiche funktional, ohne sie durch Wände zu zerschneiden.
Die dienenden Flächen haben wir konsequent gebündelt. Bad, WC und Garderobe liegen als kompakter Block an der Eingangsseite, direkt neben der Erschließung. Dadurch bleibt die Hauptfläche zusammenhängend und ungestört, und der Ankommensbereich funktioniert, ohne den Wohnbereich zu belasten.
Zur Terrasse hin haben wir den Baukörper zurückspringen lassen und den Rücksprung zusätzlich erweitert. So entsteht ein geschützter, dem Wohnbereich direkt zugeordneter Außenbereich, der die Wohnfläche in der warmen Jahreshälfte faktisch verdoppelt. Bei einem Wochenendhaus ist das kein Zusatz, sondern der Kern der Nutzung.
Den entscheidenden Flächengewinn haben wir über das Dach erzielt. Durch die Ausbildung einer Gaube und die Ausformung des Dachgeschosses entsteht oben ein vollwertiger Schlafbereich mit ausreichender Stehhöhe statt einer reinen Schlafnische unter der Schräge. Über dem Koch- und Essbereich haben wir bewusst auf Fläche verzichtet und stattdessen einen Luftraum mit Galerie ausgebildet. Der Blick geht von unten nach oben und von oben nach unten, die beiden Ebenen bleiben miteinander verbunden. Genau dieser Luftraum gibt dem Haus den Charakter, den der Bauherr gesucht hat, und er ist der Grund, warum das Gebäude trotz kompakter Grundfläche großzügig wirkt.
Die äußere Erscheinung folgt derselben Logik. Ein klar gezeichnetes Satteldach in abstrahierter Form, eine vertikale Holzschalung, eine dunkel abgesetzte Dachfläche und eine großformatige Giebelverglasung, die den Luftraum nach außen sichtbar macht. Das Ergebnis ist ein Baukörper, der ruhig bleibt und sich trotzdem eindeutig von der umgebenden Bebauung unterscheidet.
Auf einer bewusst kompakten Grundfläche entstand ein vollwertiges Wochenendhaus: rund 37 m² Nutzfläche im Erdgeschoss mit Wohnen, Kochen und Essen, Bad, WC und Garderobe, ergänzt um einen Schlafbereich von gut 14 m² im Dachgeschoss und die vorgelagerte Terrasse als erweiterten Wohnraum.
Der Bauherr hat damit genau das bekommen, was er beauftragt hat: einen Rückzugsort für die Familie, der sich nicht klein anfühlt, und ein Gebäude mit eigener Architektursprache, das in seiner Umgebung als Einzelstück erkennbar bleibt.
Das Projekt befindet sich derzeit in der Umsetzung. Die Bauleitung liegt bei uns, sodass die im Entwurf entwickelte Qualität, insbesondere die Proportionen des Luftraums und die Detaillierung der Fassade, auch auf der Baustelle eins zu eins ankommt.
Erzähl uns kurz von deinem Projekt. Wir sagen dir ehrlich, was drin ist – zum Festpreis, ohne Fachchinesisch.
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Deine DeSa Architekten